Über 6 Jahre ist es her, dass sich hier auf dieser Seite das letzte Mal etwas getan hat. Nicht, dass wir seitdem nicht mehr unterwegs waren, aber ich sag mal so: Die Reisen und Urlaube haben sich etwas geändert >_<. Mittlerweile sind wir Vier und anstatt zu Tauchen und Berge zu besteigen, streicheln wir jetzt Kühe aufm Bauernhof und beschränken unseren Reiseradius auf die bayerische Grenze.
Dieses Jahr ...
kurzer Zwischeneinschub: Während ich diesen Blog schreibe, auf der Terrasse unseres Mobilheims auf einem Glampingplatz in der Toskana, spielt sich gerade dieser Dialog im Schlafzimmer der Kinder ab (21 Uhr): Valentina: "Du bist 1000 mal doofer als ich!" Michelle: "Ich bin der Oooger."
... so weiter: Also dieses Jahr mal wieder ein Reise über die Grenze. Italien/Toskana stand nicht von vorne rein fest. Zwischendurch wären wir auch ne Woche nach Malle geflogen oder noch krasser auf Korsika. Dann wärs sogar fast der Bodensee geworden und schlussendlich doch unsere lieben Nachbarn. Trotz Corona und auf die Einschränkungen komm ich dann noch zu sprechen.
Tag 1-3: Anreise oder wie schlage ich 11 Stunden Fahrt tot.
Am Stück zu fahren wäre der Horror gewesen. Wir waren mal 11 Stunden am Stück nach Schweden unterwegs und das war schon 12 auf einer Skala von 1 bis 10 (und damals hatten wir nur 1 Kind). Also haben wir einen Zwischenhalt auf halbem Weg in Girlan (neben Bozen / Kalterer See) gebucht: "Landhaus Weingut", was für ein Name! Per Zufall drauf gestoßen und für einen Zwischenstop wirklich gut gelegen. Wir waren 6 Stunden unterwegs und sind um 16 Uhr angekommen. Abendessen gabs um 7, also noch genug Zeit für einen Ausflug zum Montiggler See. Für Baden hats zwar nicht mehr gereicht, aber Käsfüß reinhalten war noch drin.

Dann zurück zu unserem Domizil mitten im Weinberg und mit Blick ins Tal zum Essen fassen. Ein Vier-Gänge-Menü. Hervorragend für uns, aber nur mittelmäßig für die Kinder. Die Wartezeiten und die Gesamtdauer lassen jede Minute nörgliger werden. Was man dem Landhaus Weingut lassen muss: Die Portionen waren für Kinder genau so groß wie für uns, bezahlt haben wir aber nur unsere und natürlich ging die Hälfte zurück. Die Rabauken stochern eben überall nur drin rum und fertig.
Zu Viert im Doppelzimmer gefiel den Kindern dann wieder recht gut, aber die effektive Schlafzeit leidet sehr darunter >_<
Nach dem Frühstück gings auf die nächste Etappe von diesmal 5 Stunden und wir landen schließlich im "Paradu EcoResort Tuscany". Und auf dieser Fahrt musste auch unser Joker zum Einsatz kommen: iPad mit Kinder-Video-Material. Shawn das Schaf is ziemlich gut und kommt an, was nicht so ankommt: Videos die sich als Hörspiel entpuppen! Passiert, wenn man sich beim Runterladen nicht mal paar Sekunden Zeit nimmt und kurz in Video spult.
Einlasskontrolle nur mit Blitz-Dings-Thermokontrolle. Also ohne Stirnfiebermessen darf keiner rein. Dann Auto aufm Parkplatz abstellen, alle Sachen zum Eingang schleppen und sich mit nem Eichhörnchen-Shuttle zur Hütten karren lassen. Dann unsere 1000 Sachen irgendwie verstauen und ab zum Meer.
Weiterer kurzer Einschub: Der größte Unterschied zum Reisen von früher, also mal abgesehen von den Kindern hehe, sind die 10000 Sachen und Einzelteile die man mit sich rumschleppt. Alles liegt voll, überall verteilt, die Kinder schlaafen des Zeug von einem ins andere Eck. Vergleich zu früher: 1 Rucksack, 1 paar Schuhe, 1 Foto, 1 Gaskocher, 1 Unterhose. Da lässt sich leicht Überblick behalten.
Strand war aber natürlich der Hammer: 3 Minuten Fußweg von unserem Häuschen und wirklich schöner freier Strand. Paar Wellen drin, passt.
Nach paar Stunden sahen wir normal versandet und die Kinder zu 200% versandet aus. Eine Dusche wäre die Rettung gewesen, aber nix zu finden. Also wie die Mumien durchs halbe Gelände zurück zu unserem Häuschen gelaufen und alles in der Dusche versanden lassen. Da es dadrin keine Handbrause gibt, dauert es dementsprechend lange bis der ganze Sand runter ist...
Dann wars Zeit Abendessen zu Buchen: Ja buchen. Heutzutage geht man nicht einfach in eines der drei Restaurants hier, sondern muss sich seinen Platz buchen, per App. Ob das nun an Corona liegt, kann ich schlecht sagen... Das Buchen sicherlich, aber die App naja. Eigentlich ne ganz gute Sache, aber es war halt alles ausgebucht. Wo kriegst jetzt was zu essen her? Kurz vor 7a... Zum Glück hatte die "Pizzeria" (verdient den Namen nicht!!!!) noch ein paar Plätze für so "Neue", wie wir es sind frei. Einerseits gut, man bekommt was zu Essen, obs schmeckt? Absolut nein! Der Pizzakoch hat ungefähr so seine Pizza gemacht: Teig halt, passierte Tomaten ausm Tetrapack raufgekippt. Einmal in den Eimer für Meeresfrüchte gegriffen. Mit einer abfälligen Handbewegung alles in die Mitte der Pizza geschmissen. Nochmal kurz drüber nachgedacht, das Zeug vielleicht wenigstens ein bißchen zu verteilen. "Scheiss drauf" gedacht und in den Ofen geschoben. Gewartet bis der Boden verbrannt war und serviert. Eine von den drei Pizzen haben wir wegen zu viel Kohle am Boden zurückgehen lassen. Kam zwar ne Neue, aber Zubereitung wie oben >_< Wenigstens hat keiner Durchfall bekommen!

Nochwas zum Thema Corona: Gibt zwar überall Maskenpflicht, aber man kommt ganz gut durch. Will sagen: es nervt nicht extrem. Was natürlich nervt, ist diese scheiss Bucherei. Alle Aktionen immer nur mit vorheriger Reservierung möglich. Also nix mit: Mal schnell schauen wie des so ist, sondern immer verbindlich anmelden usw. Auch für sämtliche Pools: Ach übrigens, dort herrscht zwar keine Maskenpflicht, aber noch viel schlimmer: Badekappenpflicht... Was soll denn des bitte? Fühl mich da scho bissla eingeschränkt! Deswegen hab ich beschlossen nur im Meer zu baden!
Heute stand dann ein kleiner Einkauf an. Fremder Supermarkt, ohne Einkaufszettel, 2 Kinder. Also keine alltägliche Situation hehe. Erstes Problem, na wer erräts? Kaum zwei Minuten drin: "Ich muss an Wissi!" Jaja... Hams dann doch nach ner knappen Stunde irgendwie geschafft. 65 € war mir aber dann doch bissla viel. Kurzer Blick aufm Kasselzettel lohnt sich aber: Die Salami für 4,80€ wurde mit dem Kilopreis von 29€ verrechnet. Geld gabs natürlich zurück.
Mittags dann vorsichtshalber mal selber gekocht, nicht dass wir wieder irgendwo in die Pizzafalle tappen und den Rest des Tages dann am Strand verbracht. Bereits auf dem Hinweg haben wir diverse Abduschmöglichkeiten entdeckt >_< Naja, das war halt gestern der Fluch der Neuankömmlinge...