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Freitag, 2. Juni 2023

Tag 7-8: Massif de l'Esterel, Gorges du Verdon

 Tag 7: 

Der Tag beginnt wie immer mit einem sonnigen Frühstück, das keine Wünsche offen lässt. Wer sich fragt, wie lange wir das mit dem Pool VOR dem Frühstuck durchgezogen haben: 2 Tage ahahaha. Danach haben sich nämlich die Aufstehzeiten massiv nach hinten verschoben und es war irgendwie keine Zeit mehr für Schwimmen vorm Frühstück >_<

Heute stand sehr viel Sonne auf dem Programm. Bis Mittag waren wir noch bei uns zu Hause am Pool und dann sind wir aufgebrochen Richtung Massif de l'Estrel. Das ist ebenfalls eine kleinere Gebirgskette zwischen St. Tropez und Cannes, aber im Vergleich zu den Calanques haben wir es hier eher mit orangen bis braunen Farbtönen zu tun. Zusammen mit viel Sonne, etwas grüner Vegetation und dem blauen Meer ergibt sich ein sehr tolles Schauspiel.



Fahrzeit dahin war wieder ca. 1h und dann gings auf den Panorama-Scenic-View: Einer schönen Küstenstraße. Wir sind die einmal raufgefahren und runterwärts haben wir uns dann eine schöne kleine Bucht gesucht, wo wir den restlichen Nachmittag verbracht haben. Ich würde sagen, das war das schönste Erlebnis im Urlaub. 




Du flaggst dich einfach diese Bucht rein, kaum was los, Wahnsinns Meer und dann auch noch den ganzen Tag Sonne. Gegen 4 Uhr kam sogar der "Eismann" vorbei. Zwar ohne Gebimmel, dafür mit ordentlich PS im Schiffsraum ahahhaha. Leider hatte der Schwachkopf kein Desperados sondern nur Heineken dabei, was für ein Anfänger!



Ewig konnten wir auch nicht bleiben, denn heute stand noch Abendessen #3 auf dem Plan und diesmal hab ich den Koch scharf! Der Herr in der schwarzen Kutte! 



Und diesmal hatte er auch beim Hauptgang gut aufgekocht: Es gab Rochen! Auf Rochen würden sich ja so manche Wortspiele anbieten.... Jedenfalls schmeckt Rochen echt gut und dazu warn auch die Beilagen diesmal sogar etwas gewürzt!?!? War auf jeden Fall das beste Essen. 


Tag 8:

Nachdem wir gestern das beste Erlebnis des ganzen Urlaubs hatten, musste heute natürlich gleich das mieseste folgen: Geplant war: Besuch eines Antiquitätenhändlers, gefolgt von der Schlucht von Verdon. Anschließend ein sagenumwobenes Dörfchen (sagt und liest man jedenfalls) und dann die Route de Cretes, was wieder so eine Gebirgsstraße sein sollte.

Falls ihr euch fragt, was wir Schnösel beim Antiquitätenhändler wollen? Naja die Christina hat in unserer Unterkunft so bunte Flaschen gesehen (Dekokram halt) und die gibts wohl bei dem Händler. Ich hab Frau Streng zwar mal gefragt, ob sie net ihre verkaufen würde, aber dann hat sie mir gleich klar gemacht, dass ich das ja sowas von vergessen kann weil das ja blablabalablalbablaaaaaaaa....

Das sind ihre:



Also der Händler lag eh auf dem Weg. Aber was für ein Ramschladen hehe. Eine ganze Scheune voller Trödelzeugs. Gesamtwert sicherlich einige 100 000 €. Sogar einigermaßen ordentlich sortiert. Es gab wirklich auch diese Flaschen, aber leider nur miese Farben und dann ein Preis der sich so richtig gewaschen hat. Zwischen 50 und 110€... Und ja die Flaschen waren leer, nix drin ahahah und dreggert noch dazu. Ihr könnt ja mal raten,  ob wir eine genommen haben...



Nachdem Station 1 ohne Erfolg absolviert wurde, gings weiter in die Schlucht von Verdon. Ein absolutes Highlight eines jeden Frankreich-Urlaubs. Ein riesiger türkis farbener See und Fluß der sich 700 m tief in das Gebirge gefressen hat. Bei Sonnenschein sicherlich atemberaubende Farbspiele. Bei bewölktem Wetter: Naja seht selbst. 



Das wäre ja noch zu verkraften gewesen, aber dann danach wollten wir uns ein kleines Boot mieten und damit mal in die Schlucht reinfahren. Wir haben auch unzählige Boote gesehen, die alle unterwegs waren, aber die fuhren alle nur AUS der Schlucht RAUS. Als wir beim Verleiher waren, ists uns dann gesagt worden, warum das so ist: Für heute is rebbo! Schluss mit Boote leihen! Gleich gibts an mächtigen Sturm und deswegen werden heute die Schotten dicht gemacht. Macht euch vom Acker, sozusagen. Hm, so a Mist. Ich hab gleich mal bei mei Wetterapp geschaut: Ja ok, bissla Regenwahrscheinlichkeit von 30% und 1mm Regen in den nächsten 24 Stunden. Also bitte. Der soll sich mal net so anstellen. Aber da war nix mehr zu machen. GRRRR.



Also 2 von 4 Nieten bisher. Wir haben uns dann auf den Weg ins Dörfchen gemacht, aber bei dem leichten Nieselregen, hatten wir darauf auch keinen Bock mehr. Wir können also net sagen, ob das Dörfchen nun wirklich so sagenumwoben ist, wie alle sagen >_<

Um wenigstens eins der 4 Ziele durchzuziehen, sind wir dann auf die Passstraße gefahren... Ja und dann? Dann ist die Hölle losgebrochen! Und zwar von oben! Brutaler Regen! Die Kinner ham ihr Hörspiel nimmer verstanden, trotz Boombox auf Anschlag. Ich verstehe jetzt ah, warum die vurrng unten beim Bootsverleih zugemacht haben. Der muss irgendwie a bessere App als iPhone "Wetter" gehabt ham ahahahah

Also was nun? 4 von 4 kläglich versagt. Was jetzt? Es war 14 Uhr und wir waren mitten am Arsch der Welt. Also so richtig in der Pämpers >_< 

Zurück zur Ferienwohnung: 2 Stunden Fahrzeit.

An die Strände der Cote d'Azur: 2 Stunden Fahrzeit.

Ja leck mich doch am Arsch du Frankreich! Wir sind dann wirklich nochmal zum Strand gefahren. Was aber auch ein Reinfall war. Weil wir einfach keinen Bock mehr hatten, einen geilen Strand zu suchen, sind wir einfach am nächstbesten ausgestiegen. Dort waren wir dann noch ne Stunde. Beim Heimfahren haben wir dann gemerkt, dass ein richtig geiler Sandstrand nur 500m weiter gewesen wäre. Also heut langts echt...

Gut, oder eher schlecht. Danach nochmal ne Stunde zurück zur Ferienwohnung und schonmal packen für morgen, wenn es zurück Richtung Deutschland geht. Einen Zwischenübernachtung wird es noch in Lyon geben. Vielleicht halten wir auch noch in Aix-en-Provence oder bei den Ockerfelsen, aber das sehen wir alles noch.


Soderla, Fazit ihr Franzosenfreunde:

Wir sind zuuuu viel gefahren. Unser Fehler. Ich denke es waren 2 Tage dabei, die haben wir uns durch die langen Autofahrten einfach versaut. Aber andererseits waren auch sehr schöne Ziele dabei, die wir ohne die längeren Fahrzeiten nicht erreicht hätten. Schwer zusagen, aber wir haben bisher schon 2600 km Runde runter und müssen noch 1200 km heimwärts. Natürlich kann man hier auch kleinere Brötchen backen und sich nur im Umkreis umschauen, aber ich bin da eher so: wenn ich schomal da bin, dann bitte die Brecher!

Unsere Unterkunft ist ein Traum.



Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich dann sogar Frau Streng als sehr freundlich entpuppt. Die Küsten Südfrankreichs sind auch sehr beeindruckend. Es war auf jeden Fall eine Reise wert. Ob sie uns hier irgendwann ein zweites Mal sehen? Hmm, das lässt sich momentan nicht richtig sagen.

Das wars für diesen Urlaub. Die Rückreise werde ich nicht weiter dokumentieren. Au revoir, a bientot:-)

Mittwoch, 31. Mai 2023

Tag 5-6: Pool, Calanques, Cassis

 Tag 5:

Der heutige Tag lässt sich schnell zusammenfassen: Bis Nachmittag war wieder Sonne gemeldet und deswegen haben wir uns heute für einen Tag am Pool entschlossen. Die erste Stunde waren wir noch allein und dann sind nach und nach alle Familien mit Kindern eingetrudelt die hier so ansässig sind, und das sind einige!!



Also wenn man als älteres Ehepaar hier Urlaub macht - und davon gibt es auch einige - dann wird man glaublich von den 20 Kindern die hier so rumrennen erschlagen. Das gilt vor allen Dingen am Pool. Und vor aller Dingensden wenn die ganzen Kinder ihre Scheu voreinander abgelegt haben und ihre lustigen Schreispiele anfangen: "KAPUTTSCHNEIDEN, KAPUTTSCHEIDEN! ...." Was immer das zu bedeuten hatte... Das Pärchen im Alter von ca. 60 Jahren, das einfach nur am Pool entspannt lesen wollte, tat mir schon etwas leid.

Aber da müssen sie durch! Genau wie wir, durch das obligarorsiche Gewitter am Nachmittag. Die Kinder wollten eigentlich auf 5a mal Ponyreiten, bei der Schwester von Frau Streng, die auch hier auf dem Gelände haust, oder besser gesagt, nur ihre Pferde hausen hier... Aber daraus wurde dann nichts wegen dem Regen.

Wir haben dann noch einen kleinen Ausflug zum nächstgelegenen Lidl gemacht und waren pünktlich zum Abendessen wieder zurück. 

Soooo Freunde: Zweite Chance für den werten Koch. Diesmal hatter wieder sowas von stark angefangen. 4 weltklasse Dips und ein komisches Dings aus Eier, Lachs, Krabben, Gemüse - die Christina sagt grad so was Omletteähnliches - auf jeden Fall der Hammer. Frau Streng hat die Sachen dann abgeräumt, obwohl sie noch net leer waren... Aber nicht mit mir! So nett ich konnte, habe ich sie gefragt, ob sie das Zeug wieder ranschaffen kann und das hat sie dann auch gemacht. Schließlich wusste ich ja was kommt und deswegen musste ich die Vorspeise maximal ausnutzen >_<

Dann kam als Vorspeise eine gefüllte Aubergine und Salat. Aubergine is eh scho so a Gemüs .... und dann auch noch die Variante ohne Gewürze, harte Nummer!

Hauptspeise bestand aus Rindergulasch in Sahnesoße mit Nudeln und äh, was war des nochmal, ach so a Lauchgemüs. An sich ganz gut, aber als Frau Streng gefragt, ob alles passt und ob wir vielleicht Salz und Pfeffer brauchen, standen kurze Zeit später auf einmal auf jedem Tisch Salz und Pfefferstreuer. Scheinbar gehts den anderen Gästen ähnlich. Ich will ja net meckern (ahahahaha ich soll net meckern sagt die Christina), des is a solides Essen, aber in Frankreich hätte ich etwas mehr erwartet. Vor allem weil der Koch immer vor dem Essen rauskommt und die Gänge großspurig ankündigt. Ich denk mittlerweile, dass die Dips jemand anders zubereitet, aber das wollen wir hier mal net unterstellen >_<


Tag 6:

Nach 1000 Stunden Recherche bleiben jetzt noch 4 Aktivitäten übrig. Darunter befindet sich kein Städtebesuch mehr, weil uns die Kinder in St. Tropez ganz genau haben wissen lassen, was sie von solchen Städtetrips halten...

Also haben wir heute als Ziel die Calanques gewählt. Das war die Ecke hier und er Umgebung , die von allen heute das am wenigsten beschissenste Wetter hatte (das wird aber morgen und Freitag wieder überragend sein). Übrigens, wenn ich von Umgebung spreche, dann meine ich im Umkreis von 100km. Denn das ist so der Durchschnitt, den wir hin und zurück zurücklegen. 

Soderla, Calanques. Also Calanques heißt übersetzt "die Kalanken" oder so. Also eigentlich net, sondern es heißt Bucht oder Buchten, aber nicht Büchter. So genuch geschmarrt. Ich zeug euch so einen Kalenken mal:



Also es sind schöne Einbuchtungen in gebirgigen Felsformationen, deren Wasser bei Sonneneinstrahlung türkis funkelt (und Feenstaub aus seinem Einhorn bläst.... ahhh ich bin scho ganz deppert vo die Kinner ihra Hörspiele).

Also die Kalanken kann man entweder per Bootstour erkunden oder reinwandern. Die Bootstour wurde bereits von einer Mitgästin beim ersten Abendessen empfohlen "Nicht schön, wer's braucht..." und da es eh net so heiß gemeldet war, war wandern ne gute Option. 

Aber welche Route wählt man so aus: Es gibt sehr leicht, leicht, mittel und schwer. Also sehr leicht würde ich mal für jemanden vorschlagen, der gerade noch so gerade aus laufen kann. Leicht wäre dann was für jemand, der dazu noch Links- und Rechtskurven schafft. Ich denke das kriegen wir hin. Und damit die Kinder was zum Klettern haben, nehmen wir mittel. Risiko!

3km rein und 3 wieder raus und paar 100 m Höhenunterschied plus schöne felsige Kletterpassagen. Wo wir erst weng bedenken hatten, war genau das richtige für die Kinder: Auf den geraden einfach Passagen, nörgeln sie nur rum und die Michelle will am liebsten getragen werden, aber sobald es was zu Klettern gibt, gehen sie ab. Bisschen Pech hatten wir, weil der Aussichtspunkt gesperrt war, aber der Rest war echt super. Aussichtspunkt gesperrt hass ich ja! Das hatten wir ja schon des öfteren auf unseren Reisen. 

Unten angekommen, hat jeder Kalanke einen kleinen Strand. Dort haben wir mal die Füße reingehalten und den Ausblick genossen. Den Weg zurück haben die Kinder auch bewältigt und so waren wir nach 3 1/2 Stunden wieder am Auto. Und hier noch ein paar Eindrücke:






Danach sind wir nach Cassis gefahren, das gleich um die Ecke ist. Wieder ein Fischerdörfchen. Aber diesmal ohne die Verrückten aus St. Tropez ahahahha. 



Dort haben wir dann, wie es sich für einen anständigen Touristen gehört, an der Hafenpromenade ein Restaurant ausgesucht und uns so richtig über den Tisch ziehen lassen hehe. Naja so isses halt, Essen war aber gut. Am lustigsten ist natürlich der Bestellvorgang. Auch wenn man denkt, man hat sich jetzt mit Englisch und Französisch und Zeichensprache und Googletranslator auf ein Gericht geeinigt, kann man sich immer erst sicher sein, was man bekommt, wenn es wirklich gebracht wird. Aber wir haben garnicht mal so tief in die Schei*** gelangt wie befürchtet: Christina hatte einen gedämpften Fisch + Gemüse und ich eine Fischsuppe, die ich mir am Platz selbst zammschütten musste (also ein Kübel Fischsoße mit Schöpfkelle, ein Fisch, und Kartoffeln). Hat gepasst, aber ich werde irgendwie das Gefühl nicht los, dass unser Koch von der Ferienwohnung, hier wieder seine Finger im Spiel hatte, wenn ihr wisst was ich meine >_< .... gewürztechnisch!

Ach übrigens: Christina meint, ich solls lassen, immer nach der Empfehlung des Tages zu fragen. Dann kommt nämlich der Koch mit seinen 3 Fischen raus und stellt sie uns vor. Danach sagen wir dann aber eh, ach ne, lieber doch das hier von der Karte, wobei so ein ganzer Fisch wahrscheinlich manchmal die bessere Wahl wäre, wer weiß das schon.

Montag, 29. Mai 2023

Tag 1-4: Anreise, Bras, Le Lavandou, Sainte-Maxime, Staint Tropez

 Tag 1: Besançon

Wir wagen also mal das Abenteuer Frankreich. Aus einer kleinen Idee von Nadim 2022: "Kommt doch mal in Lyon vorbei" wurde 2023 wirklich ein Urlaub in Frankreich der mit einem Besuch bei Nadim in Lyon endet wird. 

Aber soweit sind wir noch nicht. Zuerst musste überhaupt eine Gegend und ein Quartier gefunden werden. Während das erste sich noch einigermaßen einfach bewältigen ließ - wir sind in der Provence gelandet - zeigt sich die Suche nach einer Unterkunft eher schwierig: Abende lang haben wir AirBnB und andere Seiten bemüht und sind schließlich bei einer Ferienwohnung auf dem Gutshof einer Auswanderin gestoßen. Zuschlagen, zahlen und lächeln... weil als Schnäppchen würde ich das nicht gerade bezeichnen. 

Jedenfalls mussten wir Samstag anreisen und da die Unterkunft fast exakt 1200km entfernt liegt, bleibt nur die Möglichkeit am Freitag zu starten und eine Zwischenübernachtung einzulegen. So sind wir pünktlich direkt nach der Schule um 11:45 Uhr in Rattelsdorf gestartet. Geplante Ankunft in Besançon 6 Stunden später. Tja aus den 6 Stunden sind immer mehr geworden und am Ende waren es 8 + ein Steinschlag in der Windschutzscheibe (der sich aber bisher nicht weiter vergrößert hat).




Tag2: Bras

Zu viert in einem Hotelzimmer war für Kinder sehr lustig. Und wir sind ja Füchse: Wir gehen natürlich gleich pünktlich um 7 Uhr zum Frühstuck runter, damit wir rechtzeitig wieder loskommen. Schließlich standen nochmal 600 km auf dem Programm. Aber der erfahrene Frankreich-Urlauber ist noch einen Ticken schlauer als wir. Um 7 unten am Frühstücksbüffet war nämlich die Hölle los. Gefühlt das komplette Ibis-Hotel war schon am frühstücken. Wir haben schon noch was bekommen, aber Abfahrt war erst um 8:30 Uhr möglich. 

Wir fanden das noch ziemlich früh und die ersten 200 km auf der Autobahn war auch nix los. Wir sind nur so dahin gedüst, bis wir, ja bis wir auf Höhe Lyon kamen. Denn plötzlich kamen sie aus allen Löchern und Zufahrten gekrochen. Wie bei Truman-Show war auf einmal alles dicht. Und das hörte auch nicht mehr auf... Bestimmt 150 km haben wir im Stop&Go zurückgelegt. Ziehharmonikafahren... Wir haben es einfach unterschätzt am Pfingstwochenende zu fahren, aber was sollen wir machen. Die Zeit außerhalb der Ferien ist vorbei und das wird sich auf längere Sicht erstmal nicht mehr ändern. 

Dazu kommt dann noch, dass die elenden Dortmunder einfach zu blöd sind, um Meister zu werden...

Aus den geplanten 6h Fahrzeit wurden natürlich wieder 8, wenn nicht noch mehr. Aber wir wurden herzlichst in unserer Ferienwohnung empfangen. Die Besitzerin und ihr Mann, nennen wir sie mal Frau Streng und Herr Unmut, haben uns rumgeführt... Wohnung, Anlage, Pool, Parkplatz. Das geplante Abendessen wurde trocken abgesagt "das Abendessen wird erst morgen stattfinden, der Koch ist krank" aber man muss fairerweise sagen, Frau Streng hat einen Salat und Flammkuchen als Ersatz gemacht.

Die Kleinigkeiten, die mich saumäßig aufregen, wie z.B. Klopapier selber mitbringen, keine Seife an den Waschbecken, jeden Furz extra berechnen (siehe später), die will mal garnicht ansprechen...

Wir haben gleich einen Sprung in den Pool gewagt, ansonsten hätten die Kinder noch mehr rebelliert, als sie das eh schon gemacht haben, nach 2 Tagen im Auto.

Kurzer Exkurs: also so a bissl bescheuert sind wir scho: das sind scho echt Bretter von Anreisen. Nach Italien gings ja noch einigermaßen, Kroatien war zwar auch so lange, aber über Nacht, aber ob wir das in Zukunft weiterhin so durchziehen wie diesmal wird sich erst noch zeigen. Die Kinder werden größer und auch nörglicher :-)


Tag3: Im Morast (Vallon Sourn), Le Lavandou

Also die Ferienwohnung ist bis auf diese Kleinigkeiten, die ich weiter oben nicht erwähnt habe, Tip top. Super Betten, alles sauber. Für meinen Geschmack zwar etwas zu groß. Da sind z.B. Zimmer dabei, die werden wir niemals brauchen... Der Gutshof (eine frühere Anlage der Tempelritter) an sich ist auch ne Macht. Vor allem die Gartenanlage... Peter du hättest deine Freude!




Gespannt waren wir auf das Frühstuck und da wurden wir nicht enttäuscht. Um halb 9 gings los, draußen auf dem großen Platz unter Platanen in der Morgensonne. Es wurde alles aufgetischt, was man so braucht. Also hier volle Punktzahl.

Während des Frühstücks kam Herr Unmut und hat uns eine kleine Einführung und paar Informationen über die nähere Umgebung gegeben. Vor einem Besuch der großen Sehenswürdigkeiten, hat er abgeraten: Zu viele französische Kurzurlauber + die ganzen Deutschen würden alles überfluten. Er rät bis Dienstag zu warten und im Garten zu sitzen. Dann sind wenigstens die Franzosen wieder abgereist. Am Schluss gab er uns noch einen Tipp mit. Es gibt eine kleine Schlucht mit Fluss und Sandufer. Dort könnte man heute den Tag verbringen.

Wir habe uns mal auf seinen Tipp eingelassen... Was nicht die beste Idee war, wie sich im Nachhinein herausstelle: Klar war da ne Schlucht, und ja, da war auch ein Fluss. Und es gab auch das versprochene Ufer und man hat dort sogar noch 2-5 weitere Franzosen entdecken können, aber mal ganz ehrlich: Wir fahren doch net 1200 km und legen uns dann an so ein versifftes Flussufer. Des war so schlecht, dass ich net mal a Foto von dem Kübel gemacht habe.... 

Also haben uns um 13 Uhr entschieden noch 1h weiter an den Strand von Le Lavandou zu fahren. Und siehe da: kostenloser Parkplatz, normales Besucheraufkommen und mega klares und warmes Wasser. Ich denke Herr Unmut müsste auch mal wieder raus aus seinem Bras :-) (Also Bras ist übrigens das nächstgelegene Dorf zu unserer Unterkunft)




Um 17 Uhr haben wir die Koffer gepackt und sind heimgebrettert, weil um 19 Uhr das erste gemeinsame Abendessen gewartet hat. Das sollte zwar, wie das Frühstück draußen stattfinden, aber das war nicht möglich. Platzregen und Gewitter am Nachmittag haben hier alles unter Wasser gesetzt. Also haben wir uns eben zu zwanzigst in den kleinen Innenraum gezwängt, war auch ganz gemütlich. Das Essen selbst schwankte stark: Leckerer Salat als Vorspeise. Schwacher Thunfisch und Gemüsen + noch schwächeres Schwein + Reis als Hauptgang, dafür wieder starke Käseauswahl und Süßspeise als Nachtisch. Ich bin mal gespannt, was die Alde so abrechnet: da die Kinde nämlich nicht das normale Gericht gegessen haben, sondern jeder ca. 20 Nudeln mit Soße, wir bestimmt was auf der Rechnung am Ende stehen....


Tag 4: Cotignac, Sainte-Maxime, Saint Tropez

Glabbst die Kinner schlafen mal länger als 6:30 Uhr? Selbst wenn sie abends erst nach 10a nein Bett gehen? Kannst vergessen! Also noch bissla rausgezögert bis 7:30 Uhr, aber dann war rebbo: Haben uns dann entschieden zum Pool zu gehen und a Runde zu schwimmen. Die Kinder haben Kicker gespielt und so haben wir die Zeit bis zum Frühstück überbrückt. Aus diesem Notplan wird jetzt glaublich das Morgenritual für den Urlaub, weil das Poolwasser echt taugt!




Vom Nebentisch haben wir beim Frühstück erfahren, dass Frau Streng auch Frühstückseier macht. Prima! Hätte man uns ja mal sagen können... Wurden uns dann aber noch gemacht von der netten Dame. Kostet extra? Mal abwarten...

Aber was mach mer heute? Für Nachmittag waren wieder schwere Unwetter gemeldet. Also mussten wir wieder weit weg flüchten >_<

Diesmal ging die Flucht zuerst nach Cotignac, einem kleinen Dörfchen unterhalb einer steilen Felswand. Gut genug für eine kleinen Spaziergang durch die Gassen. Schön, aber nicht überwältigend.



Wir brauchen also was fulminanteres. Was könnte da besser passen als Saint Tropez, dort wo die Reichen und Schönen hausen ahahahah

Also sind wieder weiter, zuerst nach Sainte-Maxime gefahren. Dort war ja mal nix los. Gestern beim Abendessen hat uns einer der anderen Gäste noch erzählt, dass sie dort für 20€ parken mussten. Bei uns war alles frei auf dem kostenlosen Parkplatz. Es wirkte alles ein bißchen wie ausgestorben, obwohl doch Pfingstmontag war??! Wahrscheinlich waren die alle schon wieder auf dem Heimweg oder haben alle Herrn Unmuts Rat befolgt und kommen erst am Dienstag in die großen Städte >_<

Wir haben direkt den Hafen angesteuert und uns ein Ticket für die Fähre nach Saint Tropez gebucht. Die Überfahrt war schon lustig. Die Fähre musste sich mehr oder weniger durch die riesen Luxusyachten schlängeln, die dort vor Anker lagen.  Leck mich am Arsch sind die Lachte alle sauber rausgeputzt. Da ist ja kein Fleckchen zu sehen. Die Scheiben .. alles. ... blitzeblank. Ich frag mich, ob es irgendeine Art "Putzhafen" gibt, den man als Yachtbesitzer ansteuert BEVOR man nach Saint Tropez schippert..







Mal abgesehen von den 1000 Yachten und den schrägen Leuten dort, ist das Örtchen selber nicht so sehr besonders. Aber die Reichen und Schönen machens halt aus. Beispiel gefällig? Wir laufen gerade auf der Promenade entlang, als sich vor uns zwei so durchstylte Models aufstellen. Rausgeputzt in weiß, mit Hut und Shorts, stehen sie da, posen ne Runde und laufen dann gemeinsam los. Christina und ich haben uns fast nimmer gekriegt, was geht hier nur vor? Die beiden haben wir dann in einer anderen Ecke ne Stunde später wieder getroffen: da waren sie immer noch im gemächlichen Tempo an der Promenade unterwegs. Die sind scho etwas speziell hier...

Nachdem wir dann abends wieder zurück nach Sainte-Maxime sind, haben wir noch Stunde am Strand verbracht und sind dann wieder zurückgefahren. Pizza to go und jetzt schreib ich den Block hier in dem wunderschönen Garten, bei herrlichster Ruhe. Also die Anlage hier gefällt mir immer besser und besser. Es muss einfach erstmal die sinnlose Anreise verarbeitet werden, bevor man den Urlaub genießen kann!