Tag 14: Bonaire
Wir wohnen hier nun für 4 Tage in einer Art Apartment, direkt neben zwei so riesigen Tauch-Resorts. Das bedeutet kurze Wege, aber trotzdem Ruhe von den Massen ;)
Haben hier eigentlich alles was wir brauchen: Bett, Bad, voll eingerichtete Küche… vom Balkon aus kann man den Pool sehn, 60 Sekunden zum Meer und alles is top sauber! Sehr luxuriös aber das können wir uns schon mal gönnen ;)
Ausgehn zum Essen werden wir nicht, stattdessen stand vormittags ein Großeinkauf an und wir machen jetzt erstmal auf Selbstversorger!
In unserem gebuchten Paket is neben dem Apartment nämlich noch ein Pick-Up-Truck dabei und soviel Strand-Tauchgänge wie wir wollen + 3 Boots-Tauchgänge!
Ihr ahnt schon worauf des hier hinausläuft: Mega Tauchtrip!
Die ganze Insel is sowieso nur von Tauchern besetzt! Soweit ich weiß gibt es hier auch keine weißen Sandstrände, stattdessen soll es das Paradies für Shore-Diving sein. D.h. Tauchgänge direkt vom Strand aus. Und so läuft des hier ab:
Man bucht sich so ein Paket wie wirs haben, leiht sich die Taucherausrüstung aus, schmeißt 4 volle Sauerstofftanks auf den Pick-Up und fährt auf der Insel zu irgendeinem der über 50 Tauchplätze. Dann zieht man seine Tauchsachen an, latscht ins Wasser und taucht ne Runde ab ;) Das kann man früh, mittags, abends oder nachts machen. Wie man halt Bock hat.
So die Theorie ;)
Zuerst steht aber mal ne Runde Papierkram an! Papierkram fürs Apartment… Papierkram für den Mietwagen… Papierkram für die Taucherausrüstung…
Um 2 Uhr nachmittags gings dann endlich los: Wir bekamen ne kleine Einführung für das Tauchresort (also wo was zu finden is und wie alles bissla funktioniert hier) und sollten dann so ne Art Einführungstauchgang am Hausriff durchführen. Hört sich alles recht leicht an, aber wenn man bisher nur organisierte Tauchgänge gemacht hat, dann steht man erstmal weng blöd da ;)
Nachdem wir also unsere Ausrüstung geliehen hatten, haben sie uns noch gesagt: „Dort stehen die Sauerstoffflaschen; am besten ihr lauft vor zum Steg und springt von dort aus rein; dann einfach paar Meter rausschwimmen dann kommt ihr zum Hausriff; und dann einfach nach rechts oder links wie ihr wollt! Haut rein, wird echt super!“
Wir so: „Hmm, ok, aber wir hatten etz fei noch nie einen Tauchgang ohne Guide oder so?“
Angestellter: „Jaja macht nix, wird super!“
Hehe naja ok. Ganz blöd sind wir ja ah net und a bissla an Plan vom Tauchen ham wir scho ;) Also Sachen angezogen, Sauerstoffflasche und Tauchweste klargemacht (puhhh, ganz schö schwierig… wie ging des nochmal genau? Tauchkurs war scho 3-6 Jahr her hehe)
Letztendlich haben wir aber alles richtig zusammengebaut und die Schläuche richtig angestöpselt. Also auf gehts: Einen großen Schritt und schon sind wir im Wasser. Hm und jetzt? Irgendwie is keiner da der die Richtung vorgibt hehe ;) Sehr komisch :p aber auch ziemlich cool, weil du mehr oder weniger machen kannst was du willst. Man muss eben nur etwas mehr auf seine Tiefe und seinen Sauerverbrauch merken, aber sonst is mer total frei.
Wir haben auch schnell bemerkt warum Bonaire soooo berühmt für seine Tauchplätze is: Wahnsinns Fisch- und Korallenvorkommen. Und etz warn wir momentan ja nur an dem Hausriff von dem Tauchresort. Des kann ja noch richtig geil werden.
Nachdem wir so 20 Minuten das Riff in die eine Richtung abgetaucht haben, sind wir umgedreht. Und nach knapp 50 Minuten warn wir dann wieder am Ausgangspunkt. Geil! Alles bissla ohne Guide! Wir harten Hünd ;)
Also wieder aus dem Wasser raus und dann musst man natürlich auch wieder alles selber machen: Auseinanderbauen, Salzwasser abwaschen, Zusammenpacken, zum Trocknen aufhängen usw.
Trotz dieser Arbeiten irgendwie eine ganz andere Art zu Tauchen. Mal schaun wie des wird wenn wir morgen dann mal selber zu sonem Shore-Dive Tauchspot rausfahren.
Bilder gibts leider so gut wie keine, außer am Abend, als wir nochmal in dieses Tauchresort gelatscht sind, weil dort ein Vortrag über Unterwasserfotografie stattgefunden hat.
Morgen stehen dann 2 Bootstauchgänge auf dem Plan und am Abend ein selbstdurchgeführter Strandtauchgang ;) Diesmal mit Kamera und vielleicht ergibt sich ja der ein oder andere Schnappschuss.
Tag 15: Bonaire
3 Tauchgänge haben wir heute gemacht. 2 vom Boot aus und dann am späten Nachmittag unseren ersten alleinigen Shore-Dive.
Bei der Beschreibung der ersten beiden Tauchgänge halt ich mich mal wengla zurück. Nur so viel: Die Mittaucher sprechen aufm Boot teilweise ja sowas von auf, da denkst des sind die Vollprofis schlechthin. Wenns dann ins Wasser geht, dann kommen sie net runter, weil sie wie panisch mit die Flossen schlagen, die Taucherbrillen läuft an und sie bewegen sich als wärn sie vo der Tarantel gestochen.
Wenn sie dann doch mal unten sind, haben sie keinerlei Kontrolle über ihren Auftrieb: Ständig sinken sie ab und versuchen dann wieder 2m hochzuschwimmen anstatt einfach bissla Luft in ihre Tauchweste zu lassen (die würde des nämlich von alleine regeln) ;)
Von gemeinsamen Tauchen mit seinem Buddy halten die übrigens auch nicht viel: 20m auseinander, der eine 10m tiefer als der andere…
Manchmal isses eigentlich echt witziger denen zuzuschauen als auf das Riff zu merken ;)
Wenn wir schon beim Riff sind: So viel Leben ham wir noch nirgends gesehen. Alles sehr intakt, unglaublich viele Korallen und Fische.
Kein Wunder, denn das Inselgewässer is seit über 40 Jahren ein Naturschutzgebiet.
Leider kommt die GoPro mit dem Licht und den Farben unter Wasser nicht so recht klar… Wenn wir Bilder oder Videos anschaun, dann denken wir immer: „Das kann doch net sein“. Zum Beispiel kommt ein Papageifisch auf der GoPro so raus:
Mit richtiger Belichtung (und so sehen wir das auch unter Wasser) sieht der so aus:
Hab von anderen GoPro-Nutzern scho gesehen, dass die so einen roten Filter drauf haben. Werd mich mal schlau machen was des bringt.
Sobald man allerdings sehr nahe an so ein Tierchen rankommt, dann kommen auch die Farben raus (also ein bisschen hehe):
Aber man darf auch einfach net zu viel von der GoPro erwarten. Wenn ich die Kamerasysteme von den andern Tauchern so seh, wahnsinn…
Hier noch das Highlight vom zweiten Bootstauchgang: Eine schwimmende grüne Moräne! Sieht man eher selten, weil die normalerweise nur in irgendwelchen Höhlen abhängen und rauskuckn:
So, nun unserem ersten alleinigen Tauchgang abseits des Tauchresorts:
Haben uns einen Platz empfehlen lassen, an dem man evt. paar Schildkröten findet.
Man fährt einfach mit dem Auto raus und dann is jeder Tauchplatz am Straßenrand mit einem gelben Stein markiert, auf dem der Name des Tauchplatzes steht.
Als erstes ein kurzer Check: Wie kommen wir hier denn überhaupt ins Wasser rein:
Das folgende Bild zeigt unseren Tauchplatz vom Strand aus:
Flip Flops aus, Flossen an und dann irgendwie über die scharfen Felsen latschen. Ins Wasser hieven und dann aufpassen, dass der Wellengang einen nicht auf die Felsen drückt.
Soweit alles gut. Als nächstes raus zur Boje schwimmen/schnorcheln. Fast jeder Tauchplatz kann nämlich auch per Boot angesteuert werden. Deshalb die Bojen UND auch um den Tauchplatz vom Wasser aus zu markieren is ja klar ;)
Also runter gehts. Keine Sau unten außer wir zwei ;) Wieder die Frage ob rechts oder links? Hm kA hehe. Fangen wir halt mal an. Sind dann so auf 10-14m abgetaucht und sind ca. 15 Minuten in eine Richtung geschwommen. Auf die Unterwasserwelt haben wir glaubich garnet so arg gemerkt, sondern vielmehr auf Luft, Tiefe und dass wir ständig in Sichtweite bleiben. Man is doch bissla übervorsichtig wenn sonst kein Mensch/Tauchguide weit und breit is.
Nach 15 Minuten sind wir rumgedreht, Tank war noch lange nicht halb leer, aber wir wollens ja beim ersten selfguided Tauchgang net übertreiben ;))
Haben beim Rausgehen sogar die Boje wiedergefunden und sind dann wieder an Land geschwommen. Billich, wenn man des hier so schreibt/liest, harte Nummer wenn mans wirklich des erste Mal macht!
Danach natürlich wieder alles ausziehen, zusammenpacken und aufs Auto laden.
Wir waren sogar a bissla stolz auf uns hehe
Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, haben wir keine Schildkröten gefunden, aber des hat uns in dem Moment garnet so gejuckt ;)
Tag 16: Bonaire
Heute haben wir uns für den 8 Uhr Boots-Tauchgang eingeschrieben!
Wie wir dann kurz vor Abfahrt erfahren mussten, ging der zu einem Schiffswrack in 30m Tiefe. Als er gefragt hat, ob hier irgendwelche Anfänger unterwegs wären bzw. Leute für die diese Tiefe net grad den Alltag darstellt, haben wir uns mal gemeldet.
Mit unseren 30-40 Tauchgängen hat uns der Tauchlehrer aber versichert, dass das schon klappen wird.
Nachdem wir uns gemeldet hatten, sind plötzlich noch ganz andere auf die Idee gekommen sich zu melden. Plötzlich war eine Gruppe dabei, die hatte gerade mal 3(!) Tauchgänge!
Diese Gruppe hat der Tauchguide dann erstmal zurecht gewiesen: „Des hier is nix für euch! Ihr könnt entweder mit und euch auf 10-15m das Riff anschauen, oder ihr bleibt daham!“
Klora Ansach!
Der Tauchgang an sich war dann halb so wild: Erstmal runter auf knapp 30m. Bissla sammeln (wir waren über 10 Taucher) und dann schön am Schiffswrack entlang tauchen.
„Aber auf keinen Fall Reintauchen!!!“ hatter noch gemeint. Von daher wars eigentlich ein easy Tauchgang. Anstatt wie auf den Philippinen wo wir wirklich ins Wrack rein sind und es sowas von stockdunkel war, sind wir hier nur leicht unter das umgekippte Schiff getaucht.
Was gibts sonst noch zu sagen?! Die Sicht net so mega überragend aber was wieder zur Aufheiterung diente war, dass die beiden Tauchschwachkoviaks von gestern auch wieder mit von der Partie waren ;)
Diesmal kamen sie sogar ohne Probleme runter, blieben aber ihrem „Ich-Mach-Auf-Übergedrehtes-Hyperaktives-Tauchviech-Stil“ treu! Wahnsinn. Jede Bewegung wie aus der Pistole geschossen. Als wären die scho früh um 8 auf Ecstasy!
Und wozu erklärt der Tauchguide eigentlich vorher wie der Tauchgang so abläuft? Scheissegal! Die machen einfach ihr eigenes Ding. Nachdem wir z.B. mit den 30m fertig waren, sind wir rauf auf 20m und ham uns dort noch weng umgeschaut. Was machen unseren 2 Verrückten? Naja die hauen einfach ab und gehen wieder weng runter auf 30m.
Ahahahah oh man. Der arme Tauchguide! Ich glab der is total verzweifelt. Der hat nämlich erstmal mindestens zwei Minuten auf auf sein Tank rumghaut (quasi so ne Art akustisches Signal). Juckt die aber net!
Dann schaut er in Richtung unsere Gruppe, in der sich die zivilisierten Taucher befinden, schüttelt mit dem Kopf und muss letztendlich doch zu den 2 Depperla abtauchen um sie zu holen.
Für die zwei empfehlen wir ne Runde:
Aber lassen wir das etz...
Wieder an Land hatten wir noch ca. 4 Stunden, um noch einen Shore-Dive zu machen. Bis 14.00 Uhr mussten wir aus dem Wasser raus sein, weil die goldene Regel lautet: 24h Pause vor jedem Flug!
Also schnell die Sachen aufs Auto geladen, 2 Tanks klar gemacht und Richtung Tauchspot mit hoher Schildkrötenwahrscheinlichkeit aufgemacht ;)
Im Vergleich zum gestern Abend lief alles viel routinierter ab!
Anziehen, rausschwimmen, abtauchen und diesmal Spaß haben!
Endlich war mal fast während des kompletten Tauchgangs Sonnenschein! Die Fischflut is wie immer überwältigend!
Nach diesem, unserem 10. Tauchgang im Urlaub, war dann aber Schluss. Höchstwahrscheinlich bis 2015. Wir haben unsere Sachen abgeliefert und sind am Nachmittag nochmal bissla die Insel mit Mietwagen abgefahren.
So richtig viel gibts hier allerdings nicht zu sehen… Das Hauptaugenmerk liegt hier einfach beim Tauchen. Erwähnenswert sind vielleicht die Riesen Salzabbaugebiete dies hier auf Bonaire gibt:
Flamingos gabs zwar paar, aber sau weit weg und mit meiner Kamera kaum darstellbar:
Ein Flamingo hat sich allerdings recht nah an uns herangetraut. HAHA kleiner Spaß, is natürlich kein Flamingo is natürlich mei Frah ;)
Falls der Schreibstil etwas vom Standard abweicht, kann das durchaus an dem ein oder anderen Gläschen Wein liegen, dass wir uns soeben gegönnt haben ;))
Das wars dann mehr oder weniger aus Bonaire. Morgen früh steht entweder ausschlafen oder Mini-Nationalpark an. Ich denke wir lassen den Nationalpark mal Nationalpark sein!
Bonaire is fürs Tauchen auf jeden Fall ne Reise wert! Für Nicht-Taucher nicht unbedingt zu empfehlen.