Wie der ein oder andere vielleicht mitbekommen hat, war in den letzten zwei Monaten Rugbyweltmeisterschaft hier in Neuseeland. Obwohl ich diesem brutalen Spielchen am Anfang doch recht skeptisch gegenüber stand, muss ich jetzt sagen, dass es durchaus Spaß macht die Sache anzuschauen. Natürlich ist ein etwas Regelkunde notwendig, sonst macht die Rauferei auf dem Platz teilweise relativ wenig Sinn. Kennt man sich jedoch erstmal etwas aus, kann man zumindestens erahnen, warum Spieler X jetzt den Ball bzw. das Ei wegeschlagen hat oder warum der Schiedsrichter jetzt auf Penalty (sowas wie Freistoß) entschieden hat. Zudem steigt der Zuschauerspaß mit erhöhtem Alkoholpegel immens. Dann lässt sich schön auf den Schiedsrichter schimpfen oder gröllend die Auswechselung eines blutüberströmten Spielers feiern. Naja, man muss es einfach mal selber erlebt haben. Die Brutalität des Spieles lässt mich aber schon schwer daran zweifeln, ob ich das wirklich mal selber ausprobieren muss. Bei den WM-Spielen war es eigentlich immer so, dass mindestens zwei Spieler pro Team verletzt ausgewechselt werden mussten. Außerdem ist es erlaubt Spieler auf dem Spielfeld zu behandeln, während das Spiel ganz normal weiterläuft. Da wird der Mannschaftsarzt mal schnell mal zum 16ten Spieler.

Ok, jetzt mal zur Veranstaltung ansich. Es gab 4 Gruppen à 5 Mannschaften. Gespielt wurde fast ausschließlich am Wochenende, wahrscheinlich um mehr Kohle durch Fernsehgelder reinzuholen. Ab dem Viertelfinale wurde dann nur noch am Wochenende gespielt, was das Turnier dann nochmal 3 Wochen in die Läge gezogen hat. Die meisten Spiele habe ich in der Fanzone angeschaut. Große Leinwand und recht gute Stimmung. Jedoch wäre da in Sachen Euphorie noch einiges mehr möglich gewesen. Das erste Problem war natürlich mal das liebe Wetter. Wenn man das Turnier im Frühling veranstalten muss, ist's draußen auch entsprechend kalt beim Public-Viewing. Bei 10 Grad mit ordentlichem Wind frieren die Stimmung und die Zuschauer schonmal etwas ein. Das Finale habe ich mit dann mal lieber im Kino angeschaut. Zweites Problem: Fangesang. Irgendwie wird während des Spiels und danach aus Ermangelung an Liedgut überhaupt nichts gesungen. Außer dem ab und zu angestimmten, aber reichlich monotonen "Allll Blllacksss", gab's nichts zu hören. Achja, gejubelt wurde natürlich sobald Neuseeland Punkte erzielt hat, mehr aber auch nicht. Würde ja nicht behaupten, dass bei Deutschland-Spielen ein kulturelles Feuerwerk abgebrannt wird, aber ein wenig mehr ist da auf alle Fälle los. Diese zwei Dinge haben meiner Meinung dann auch verhindert, dass sich am Sonntag, nachdem die All Blacks in einem unglaublich knappen Spiel gegen Frankreich Weltmeister wurden, eine richtige Partystimmung auf den Straßen entwickelt hat. Lediglich an ein zwei Ecken ging's ganz mit Trommelunterstützung ab. Doch je später es wurde, umso mehr ist die ganze Sache zu einem normalen Wochenendabend verkommen. Dazu soll noch angemerkt werden, dass am Tag darauf Feiertag war. Nach 24 Jahren ohne Weltmeistertitel im Nationalsport hätte man schon etwas mehr erwarten können. Ich hoffe mal, wir sind in 3 Jahren in identischer Situation und zeigen, wie man's besser macht. Naja immerhin artet die Fankultur hier nicht in sinnlose Schlägereien aus. Immerhin etwas.

Am Dienstag gab's dann noch einen Umzug hier in Wellington mit dem Weltmeisterteam. Habe davon mal ein paar Videos hochgeladen. Natürlich hat's da wieder regnen müssen, wie übrigens fast jeden Tag im Moment. Ich warte jetzt schon ganz schön lang auf meinen Sommer...

Da ich mich bis jetzt immer noch nicht groß aus Wellington rausbewegt habe, gibt's auch kaum neue Fotos. Das wird sich aber bald ändern. Ende November bin ich für 10 Tage in Australien auf einer Konferenz plus ein paar Tage Urlaub. Genauer gesagt an der Great Ocean Road. Dort war ich zwar schon, aber diesmal wird die Zeit genutzt, um ein wenig Surfen zu lernen. Zu Weihnachten schauen meine Eltern vorbei, die ich dann einen Monat lang über die zwei Inseln scheuche. Und wenn das Wetter endlich mal besser wird, gibt's auch mehr gute Ausflugsmöglichkeiten. Also seid gespannt. ;)
der Haka is das eigentlich geile an dem sport, alles danach is street fighter ähnlich :)
AntwortenLöschengruß
alex
Das macht die Sache ja auch entsprechend interessant =)
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