Tag2 mt meru
Also nochmal kurz zur Bankgeschichte: am Schalter kann man nur 800$ pro Tag abheben und die verlangen 4% aufschlag...Automat fällt ja bekanntlich flach wegen dem Risiko mit der geheimzahl ;)
Also hab ich wohl oder übel in den sauren Apfel gebissen und die Safari per Kreditkarte bezahlt (6% aufschlag, naja Pech. Lehrgeld bezahlt hehe)
Nach dem ganzen Schnickschnack simmer endlich zum Berg aufgebrochen. Der erste Abschnitt ging so ca. 4 Stunden. Eigentlich nix, aber die 1000 Höhenmeter machen die Musik. Muss scho sang dass des net mal eben so a gemütlicher Spaziergang is :/
Zum Glück is des Wetter auf unsrer Seiten: während der ganzen Wanderung Sonne! Die machts zwar bissla schwieriger aber is immer noch besser als Regen: den hat mer dann nämlich genau ne halbe Stunde später, nachdem wir bei der Hütten angekommen sind. Dementsprechend schlecht is auch die Aussicht! Die spitze vom Kilimandscharo konntmer leider immernoch net sehen ;) naja wir sind ja noch paar Tage da!
Highlight war heut ganz klar die Fahrt vom Eingang des Nationalparks zum Startpunkt der Wanderung: die ersten Giraffen, Zebras und Büffel ;)
Gleich gibts Abendessen und moing schau mer mal weiter. Blasentechnisch gibt's überhaupt keine probs: der Tipp mit den Nylon-Strümpfen unter die normalen Socken is Gold Wert! (thx Eugen!)
(Status Abend erster Tag: des wird noch a harta Nummer zum Gipfel. Hätte ich net gedacht ...)
Tag3 mt meru
Gestern Abend konntmer dann doch endlich zum ersten mal den Kili sehen! Oh yeah, Wahnsinns Anblick!
Die ganze letzte Nacht hat's geregnet. Auch noch als wir zum Frühstück sind. Und dann pünktlich zur Wanderung hat's wieder aufgehört. Gut gelaufen. Unser weg heut war mit 4h ausgeschrieben und wieder 1000 Höhenmeter von 2500m auf 3500m. Es war sau steil!! Vielleicht kommt's in die bilder und und Videos wengla rüber: wir warn ganz schö am schnaufen: der weg führt durch an wald mit lauter alta baamer, die sind komplett mit moos zugewachsen, schaut echt gut aus. Leider isses sehr oft bewölkt so dass mer nur sehr selten mal an Blick ins Tal werfen kann...
Nach 3h 15mins warmer da wir Streber, aber ziemlich fertig. Des letzte Stück hat's dann auch noch geregnet. Sehr sehr scheisse muss ich sang! Wir sind absolut net auf Regen vorbereitet ( nun Kammer behaupten dass wir wengla naiv sind, aber diese Bergwanderung sind ja nur 3 von 20 Tagen Urlaub. Is wohl klar dass wir uns dafür net perfekt ausrüsten könna)
Auf der Hütten angekommen bin ich dann noch auf Little meru gipfel gelaufen und die Christina hat a Nickerchen gemacht. Oben aufm Mini-Gipfel wars aber nix mit Bilder weil alles voller Nebel war. Etz mal kurzer Exkurs zum Wetter hier am Berg. Absolut krass wie schnell des vo Sonnenschein in Regen umschlägt. Und zwar brutaler Regen! Man kann hier überhaupt nix einschätzen...)
Gerade is 19h und wir hatten die Besprechung für morgen/heute Nacht: Mitternacht aufstehen und 1uhr loslaufen. Der hat uns noch gsacht was wir alles anziehn sollen... Damit könna wir leider net dienen! Wie gesagt, wir ham eben nur bissla standardausrüstung und wenn wirs damit net packen: Pech!Empfohlen: 3-4 Top-Material-Schichten sowohl oben als auch unten rum und dann der Regenschutz. Naja wir ziehn etz einfach mal alles an was mer ham und hoffen dass es net regnet. Der Guide hat eh grad gemeint, dass bei Regen abgebrochen wird und wir unbedingt auf ihn hören sollen. Teilweise geht der weg auf glatten Felsen entlang und wemmer einmal rutscht dann geht's abwärts. Wir ham etz beide a mulmiges Gefühl und fühlen uns weng beschissen... Selbst ohne Regen wird's hart wern denk ich. Wie der Guide dauernd gemeint hat: "this Time of the Year is Not Good for mt meru Tracks" :(
Die Chancen stehen also eher schlecht. In 10h sind wir schlauer... Hauptsach wieder heil runter komma!!
Tag 4 mt meru
Kurzer Zwischenbericht: 9:30h! wir hams gachafft! Wir sind zurück im camp! Es is unglaublich ;)Wir sind fix und fertig aber vollgepumpt mit Adrenalin. Krass krass krass. Die Christina hat grad gsacht dass es des härteste is was je im leben gemacht hat und für mich könnt des glabich ah zutreffen! Die Details und den Rest vom Tag dann später gar; etz müssmer erstmal an "nap taken" ;)
Soderla wir sind wieder im 2500m-basecamp angekommen und jetzt mal alles im Detail und der Reihe nach ;)0:00h der wecker klingelt und wir frang uns, wie blöd mer sei muss mitten in der Nacht aufzustehen um auf an Gipfel zu latschen?
Also nachdem der guide gestern erzählt hat dass des recht schattig auf'm Berg is, hammer mal so ziemlich alles angezogen was zur Hand war. Bei mir sah des so aus:
Nylonsocken, normale Socken, Skisocken
Unterhose, skiunterhose, normale Hose
Unterhemd, themoshirt, tshirt, fleece, Adidas-Jacken ;), Regenjacke, Halstuch, Handschuh, mütze, Stirnlampe und natürlich mei geilen outback-Schuhe!Die Christina ca. 1zu1 genauso ;)Des outfit hat ungefähr 5 kilo gewogen und wir konnten uns kaum noch bewegen, aber in erster Linie wars mal warm ;)
Dann kurz Haferschleim, Ei und Tee zum Frühstück und los geht's!
Der Ranger hat gestern noch für gutes Wetter gebetet und zum Glück hat's dann tatsächlich net geregnet. Nur Nebel.Mit voller Stirnlampe und nem komischen Gefühl ging's los. Nach ner Stunde kamen wir beim sog. Rhino Point an (für diejenigen die mal die Route zum mt meru googlen wollen). Bis hierher easy going. Dann fing's leicht zu regnen an und wir kamen an die gefährlichste stelle vom ganzen Track (laut gestern)... Super Timing. gestern war noch von "Abbruch bei Regen" die rede, vor allem an dieser stelle, aber nix gabs. Da musstmer durch. Wie soll ich des etz erklären?
Also es is stockdunkel, nur die drei Stirnlampen (Christina Guide und ich) und wir bewegen uns auf allen Vieren (teilweise Fünfen wenn der Arsch mitzählt) im Schneckentempo über nasse glatte Felsen. Im hinterkopf die Worte von gestern Abend und wemmer mal mit der Stirnlampe Richtung bergabwärts leuchtet, dann siehtmer ... Nix ... Nur abgrund. Also ich fands absolut krass. Des einzige was einen weng beruhigt hat war die Tatsache, dass mer eh scho aufn Arsch saß und so eigentlich nimmer umfallen/runterfallen konnte. Die Handschuh warn nach der Aktion natürlich patschnass, aber nach 10 Minuten war der "kletterspaß" vorbei...
Es hilft ja alles nix, weiter gehts. Nach ca. 1 1/2 bis 2 stunden hammer dann zum ersten mal gefragt wie weit wir scho sind: ernüchternde Antwort: noch nicht mal halber weg. Ca 15 Minuten später war die Christina dann zum ersten mal am Ende und nach ca. nochmal 15 minuten hammer ernsthaft in Erwägung gezogen umzukehren. Des Problem liegt hier aber meiner Meinung nach nicht an der körperlichen Erschöpfung sondern an der Psyche:
1. Die ständige Angst dass wir bei starkem Regen + Wind hilflos sind (der Regen hat zum Glück wieder aufgehört)
2. Es is keine Einschätzung vom restlichen weg möglich (was kommt noch? Wie hart wird's?)
Das führt zu drittens: Gedanken wie "je weiter desto weiter is der rückweg"
4. Die Luft. Es fühlt sich an wie zugeschnürt + flauer Magen
5. Die Nacht/Dunkelheit. Man kann nur erahnen wo man gerade lang läuft. Man muss sich nur auf des kleine Stirnlampenlicht verlassen.
Ham uns dann doch nochmal aufgerafft aber nochmal ne Stunde später hammer dann für uns gsacht: alles klar, hier is Ende. Wir drehen um, wir hams probiert aber naja, net schlimm wenn's net klappt. Es kam nämlich a neues Problem dazu: wemmer net grad im Felsen graxeln muss dann war der weg sandig und bergauf: 3 Schritte vor und dann ausgerutscht und quasi wieder ein Schritt zurück. Des macht an wirklich fertig!
Also dem Guide erzählt: hier is rebbo! Der hat dann aber gemeint, dass wir scho über der Hälfte des weges gschafft ham und wenn wir jetzt umkehren dann ham wir garnix! Alles für Katz (frei übersetzt ;)) Er hat uns dann wirklich überredet es nochmal zu probiern.
Und kurze zeit später is folgendes passiert: am Horizont konnte man erkennen wies langsam hell wird und des hat bei uns beiden ne komplette 180grad Drehung hingelegt. Plötzlich fallen diese ganzen Psycho-punkte nimmer ins Gewicht. Man fühlt sich der Sache wieder gewachsen und es geht alles viel einfacher. Der weg zum Gipfel war trotzdem noch hart: ich hab immer gefragt ob der nächste Gipfel endlich DER GIPFEL is, aber die Antwort lautete immer: "nein wir müssen noch up and down und DER GIPFEL kommt erst dahinter"
Dieses scheiss up and down macht dich fertig. Du kann überhaupt nix einschätzen. Ich wusste zwar dass es vom Camp aus 1000 Höhenmeter zum gipfel warn aber wir waren seit 3 Stunden auf 4000m. Also ka Ahnung, up and down halt...Naja irgendwann so nach 4:45h hat der Guide dann verraten, dass dieser Gipfel wirklich DER GIPFEL is ;)
ou Mann warn wir jetzt drauf! Obwohl körperlich am Ende und trotz 30minütiger Kletterei bis ganz rauf (wieder mit händ und füß) sind wir da hochgedüst als gäbs kein morgen ;) der zusätzliche Sonnenaufgang hat den rest dazu beigetragen. Und des Timing war wirklich perfekt! Wir sind genau zum Sonnenaufgang oben angekommen: besser ging's net!
Oben gabs dann natürlich die obligatorischen Fotos und nach 15 mins genießen war der Abstieg angesagt. Auch aus dem Grund weils wirklich kalt wurde. 5 Minute Pause da oben und sofort kühlst du aus! Deswegen warn wir echt super dran dass es nur am Anfang leicht geregnet hat und dann garnicht mehr! Wind war ok. Mit Regen hätten wir keine Chance gehabt!
Dann der Rückweg: jetzt als es hell war hattmer erstmal den ganzen krassen weg gsehn den man in der Dunkelheit nur erahnen konnte ;) ihr müsst euch mal die Bilder anschauen, hab ah noch paar guta Videos gemacht!
Es schmerzt jetzt zwar alles und die Höhenluft + Anstrengung is auch Hölle aber dadurch dass mans zum Gipfel geschafft hat is alles egal ;))
Einschätzung:
- im hellen und der Gewissheit was einen erwartet is der weg sicherlich einfacher (denkt net dass wir uns net informiert ham! Mt meru wird meiner Meinung nach überall unterschätzt. Die allgemeine Meinung von den rangern guides usw. hier is immer die gleiche: mt meru is steiler und mehr Kletterei. Kili is "gemütlicher" weg. Des Problem sind die knapp 6000m und die Kälte da oben)
- hier stößt mer scho mega an seine körperlichen grenzen. Ich hat den ganzen rückweg gscheita Kopfschmerzen. Die geringste PLÖTZLICHE Anstrengung wird sofort mit herzrasen bestraft. Man muss alles sehr sehr gemächlich machen. 3000 bis 4000 Höhenmeter in 3 Tagen für uns ungeübta is einfach zu hart!
- Empfehlung: Die Ausblicke sind affengeil. Oberhalb von 4000m in die endlosen Steppen zu schaun haut an um! Allgemein isses einfach hammer da oben. Des Gefühl nachdem mers geschafft hat is natürlich auch unbeschreiblich. Auf der anderen seiten steht die unglaubliche energie die mer reinstecken muss!
- Vergleich zu anderen Wanderungen:Inka, routeburn oder Torres del Paine is Kindergarten dagegen. Von der Aussicht und den Sehenswürdigkeiten aufm weg können aber alle mithalten ;)
Naja nachdem wir dann wieder im oberen Basecamp waren ging's noch die restlichen 1000m runter is untere Basecamp. Die Oberschenkel zittern da bei jedem Schritt und ich schätz morgen früh geht garnix mehr hehe. Ich hätte jetzt Bock 1-2 Tage pause und dann mal an Cooper-Test ;) mit dem Training müssen doch ohne Probleme 3400m drin sein ;)
Zitate von der Christina:" mei Knie. Mei sonnabrand. Ich hab keine Ahnung wie ich morgen die restlichen 1000m runterkomma soll. Au. Auwa. Ich geh net zum essen ich bleib im Bett. Mei beine vibrieren. Schmerzen! Mei gsicht brennt. Ahhhh. Ich kann nicht. Ich muss mich örschtmol wieder noleng. Weil ich im Arsch bin! Sei auch so im Arsch wie ich! Ui ui juijuijui. Ich bin die härteste Sau der welt. Mei Ruhepuls is 96 nachm aufwachen!"
Tag 5 mt meru
So schlimm wie wir gedacht ham war's dann doch net: sind einigermaßen gut raus komma als um 7a der Wecker geklingelt hat. Scheinbar erholt mer sich hier sehr schnell ;)
Auf zum frühstück! Hier gibts immer so Haferschleim und jeden Tag schwarzen Tee, zum Glück is diese Wanderung etz rum weil wir echt mal wieder was gscheits zu essen braung.
Und jetzt mal zum Thema Trinkgeld:
Scheinbar hat es sich die letzten Jahrzehnte so eingespielt dass mer am ende von soner Wanderung dem Guide und den Trägern a Trinkgeld gibt. Die Höhe is einem selbst überlassen aber es herrschen bestimmte Vorstellungen. Und zwar hat uns unser Guide gestern beim Abendessen noch aufgeklärt:
- 5$ jeder Träger
- 10$ für'n Koch
- 20$ fürn Guide
Da ganze versteht sich pro Person und pro Tag.
Lass uns mal kurz überschlagen:
Wir hatten 4 Träger (keine Ahnung wieso 4... Scheinbar wegen Verpflegung. Weil von uns haben sie nur einen der beiden Rucksäcke getragen) sowie einen Koch/Guide und waren 4 Tage unterwegs.
= 4*4*5+4*10+4*20=200$ pro Person
Mit andern Worten: die ham wohl den Arsch offen!
wir ham letztendlich jedem Träger 10$ dem Koch 20$ und Guide 30$ gegeben. Die Übergabe war richtig lächerlich: der Guide hat alle Leute geholt und die ham sich in ner Reihe aufgstellt, dann musst ich an jedem vorbei laufen und ihm des Geld in die Han drücken...An den Gesichtern der träger hast scho gemerkt dass die net zufrieden waren. Aber beim Guide wurds dann hart: "this is not enough my friend" und wollt mir verklickern dass er noch nie so wenig Trinkgeld bekommen hat. Aber mal ehrlich, was erwarten die bitte? 400$ Trinkgeld? Des gibt's nirgendwo auf der Welt. Sehr hart dann auch noch drüber diskutieren zu wollen!
Hab im Nachhinein hab ich nochmal im lonely planet nachgelesen und mit unserm Trinkgeld warn wir absolut im Soll!
Naja zurück zum heutigen Tag:
Nach'm Frühstück sind wir die restlichen 1000m runter zum Ausgangspunk. Dort hat uns dann a Jeep erwartet mit dem wir noch a ründla durch'n Park gfahrn sind. Was soll ich sagen. In so am Safari-Auto mit aufklappbaren Dach und dann durch die Steppen zu fahrn is sau geil ;) die nächsten Tage wern bestimmt mega!
Zu sehen gabs in dem Park Büffel ,Zebras, Giraffen, Affen, Flamingos... Aber des Highlight war unser Jeep. Der hat nämlich nach ner Stunde einfach den Geist aufgeben ;) irgendwie musst ich in dem Moment an Peru denken als der föschder dort auch den Jeep reparieren musst hehe ;)Irgendwas war auf jeden fall mitm Anlasser. Also hammer die Karre gschoben :p erst zu dritt (Guide, Fahrer ich) und Christina am Steuer. Des hat aber net geklappt (so a Kübel is sau schwer) also musstmer a anderes Safari Auto anhalten und dann hammer zu 5t geschoben!! Der Wagen ging auch kurz an aber sofort wieder aus. Und dann fragt der Fahrer nach am Taschenmesser: und als sich keiner meldet hab ich sofort gewusst: ETZ HAT DIE STUNDE VO MEIM LEATHERMAN GSCHLAGEN haha! Demonstrativ hab ich na aus mein Rucksack ausgepackt und bevor ich na dem Fahrer gehm hab, hab ich noch na mal der Christina vorgführt ("LEATHERMAN so a schrott, hat netmal an Korkenzieher. Wofür brauchstn des bitte?")
Ahahahaha naja ganz klor: zum Safari-Jeep reparieren ;) der fahrer hat dann damit irgendwas überbrückt und dann liefs wieder. Er konnte des auto ab jetzt zwar nimmer ausmachen, aber egal Hauptsach: LEATHERMAN!!!! Hehe
Dann später im Hotel gabs endlich wieder Dusche und zum Abendessen a guta falschen afrikanischen Wein ;)
Morgen is a kurzer "Kultur-Trip" angesagt und des rest des Tages wern wir wohl mit faulenzen verbringen ;)
PS: Die bilder sind etwas durcheinander aber des is mir etz zu viel arbeit!!
Ihr habt ja ganz schö was erlebt!
AntwortenLöschenIch kommentier jetzt mal net alles... des würde den Rahmen sprengen, aaaaaaber: sehr schön und geile Bilder :)
Einwas muss ich jedoch trotzdem kommentieren:
"Sei auch so im Arsch wie ich!"
ahahaha, des kann ich mir so richtig gut vorstellen, wie die Christina des sagt ;):p