Also mal der Reihe nach: Seit Anfang November bin ich Besitzer eines Toyota Caldinas. Des Ding wird eigentlich nur in Japan verkauft, gelangt aber über Grauimporte hier nach Neuseeland. Dementsprechend sind jegliche Beschriftungen auf japanisch, inklusive dem Bordcomputer. Da versteht man also nur chinesisch, äh japanisch auf dem Ding. 200k Kilometer hat die Karre auch schon drauf, aber mir wurde erzählt das 500k aufwärts hier in Neuseeland locker möglich sind.
Am Wochenende stand dann auch gleich ein Trip zum Cape Palliser, dem südlichsten Punkt der Nordinsel , auf dem Programm. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass man zu unserem Zeltplatz nur auf befestigten Straßen unterwegs ist. Sollte aber ein Irrtum sein, am Schluss wars fast schlimmer als Off-Road im australischen Outback. Naja ich sags mal so: Die Karre fährt noch. =)
Zum Ausflug selber: Krasses Küstenstück, das ganz schön abseits liegt und man als normaler Tourist wohl nie zu Gesicht bekommen würde. Die ganze Veranstaltung ging vom Wanderclub der Uni aus. Ja die Uni hier hat einen Wanderclub und der ist sogar einer der größten der Uni. Traditionell wurde ein größeres Feuer aus Treibholz, das dort überall rumliegt, entzündet (also so ne Art kleines Johannisfeuer). Gemütlich wurde es dann abends trotzdem nicht wirklich, da zum einen der Wind ständig gedreht und einem den Rauch ins Gesicht geblasen hat und zum anderen einige neuseeländische Witzbolde ständig halbleere Gaskartuschen ins Feuer geworfen haben. Nebendran wurde dann auch noch versucht einen größeren Gaskanister (halbvoll) in die Luft zu jagen. Als dies nicht klappen wollte, kam dann das Gewehr aus dem ersten Weltkrieg zum Einsatz. Resultat: Loch im Kanister, keine Toten und alle glücklich. Nunja, jeder braucht sein Hobbys. Am Morgen wurde dann ein wenig am Strand mit den Motorrädern gecruist und die Sonne genossen. Der Ort eignet sich also super um mal abseits jeglicher Zivilisation ordentlich Party am Meer zu machen.
Dann mal zu meinem Australien-Trip. Am Freitag den 25ten November gings nachmittags von Wellington im Flieger nach Melbourne. Vier Stunden später war ich dann in Australien. Das erste was ich von meinem Shuttle-Bus-Fahrer zu hören bekommen hab, als ich mit voll beladen vor ihm stand, war: "Careful, there's a spider behind your head". Aha ging ja schonmal gut los. Bin dann aber trotzdem lebend nach Melbourne reingekommmen. Durch elterliche Kontaktvermittlung bin ich in Melbourne für 2 Tage bei einer Bekannten untergekommen. Ihre Unterkunft lässt sich wohl am besten als kleines Hostel, in dem nie jemand aufräumt, beschreiben. Naja lustig wars trotzdem zwischen all den Chaoten =). Samstag hats dann fast nur geregnet, deshalb war mein Ausflug in die Melbourner Innenstadt eine recht nasse Angelegenheit.
Am Sonntag gings nach Torquay, dem Startpunkt der Great Ocean Road, zur Konferenz, dem eigentlichen Grund meiner Reise. Die ANZMAG (Australische/Neuseelaendische Gesellschaft für Magnetresonanz) hatte sich nicht lumpen lassen und ins dortige Golfresort geladen. Das bedeutete 5 Tage hammer Unterkunft, die natürlich von der Uni bezahlt wurde. Da ließ es sich auch verkraften, dass man einige langweilige Vorträge über sich hat ergehen lassen müssen. Manche hingegen waren aber auch sehr informativ. Meine Posterpräsentation war auch recht angenehm.
Mittwoch Nachmittag war dann frei und wurde zu meinem ersten Surfgang genutzt. Zusammen mit 8 anderen wagemutigen Konferenzteilnehmern wurde ein 2-stündiger Surfkurs gebucht. Also ab zum Surfladen, Neopren angezogen und mitsamt Bord ab zum Strand. Der Fußweg zum Strand war dann auch schon die erste Schwierigkeit, da es sich äusserst schlecht läuft bei starkem Wind und nem 2 Meter Brett in der Hand. Dort angekommen, gabs ne kurze Einweisung von unserem Surflehrer. Von seinem Geprappel hab ich dank Wind und Akzent rein gar nix verstanden, aber dank der Trockenuebungen war auch recht klar was zu machen ist: Rauspaddeln, umdrehen, Schwung holen sobald ne Welle kommt, aufstehen, surfen. Klingt ja erstmal gar nicht so schwer. Jedoch sollte sich schon Punkt 1 als äußerst schwierig erwiesen. Es ist gar nicht so einfach gegen eine brechende 2 Meter Welle zu paddeln. In null Komma nix hats einen schon wieder zurück an der Strand gespült, wenn die Welle ungünstig bricht. Hat mans dann mal über den Bruchpunkt geschafft, ist man sowas von fertig, dass man kaum noch Kraft hat, sich im Wasser umzudrehen. Nach einer ausgiebigen Verschnaufspause versucht man dann doch mal eine Welle zu reiten, was am Anfang aber meist in einem unfreiwilligen Tauchgang endet. Danach geht das Spiel wieder von vorne los. Die Frustrationsschwelle ist da schnell erreicht, aber da muss man durch, wenn man irgendwann mal den Haien davon surfen will. Die 2 Stunden waren auch recht schnell vorüber. Am Strand hat unser Surflehrer dann seine erste wirklich nützliche Tat vollbracht, nämlich ein Gruppenfoto geschossen. In den 2 Stunden davor hab ich ihn kein einziges mal mehr gesehen. Jedenfalls war jeder ganz schön fertig am Ende und froh, dass es wieder zurück ging.
Am Donnerstag, dem letzten Tag der Konferenz, hab ichs ruhig angehen lassen und mich in Torquay nach einer Unterkunft fürs Wochenende umgeschaut. Am Freitag bin ich dann ins Hostel umgezogen und hab mir ein Surfbrett für 2 Tage ausgeliehen. Zwar war dann an beiden Tagen das Wetter wesentlich besser, aber dafür war der Wellengang auch wesentlich geringer. Zum Üben wars ganz ok, aber zum Schluss hätte ich mir schon etwas mehr Action gewünscht. Demnächst werde ich mal meine Kenntnisse hier in Wellington testen. Sonntags gings dann zurück nach Melbourne und nach einer Nacht im Hostel zum schmutzigen Finken war am Montag morgen der Rückflug angesagt. Alles in allem, ein gelungener Ausflug.
Morgen macht hier die Uni dicht und dann heißt es erstmal einen Monat Urlaub. Mehr Bilder von der neuen Wohnung gibts auch sobald wir die Einweihungsfeier hinter uns haben.
Allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich hoffe mal, dass man den ein oder anderen mal zwischen den Jahren in Skype antrifft.
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