Donnerstag, 27. August 2026

Tag 1-2: Shkodra und Theth

Tag 1

Also Albanien soll es heuer sein. Wie kommt man dazu? Indem man sich eigentlich für die griechischen Inseln interessiert und dann nach mehreren Monaten feststellt, dass es mit der Planung nicht so recht vorangeht, was aus meiner Sicht am schwachen Preis-Leistungsverhältnis liegt. Zumindest dann, wenn man die beiden Jahre zuvor asiatische Preise gewohnt war. 

Albanien hat zumindest von der Hotelauswahl den Anschein gemacht, als bekommt man gute Ware für akzeptable Preise. Von daher stand der Entschluss fest, dass wir es einfach mal dort ausprobieren. Also eigentlich war das ja nur der Grund, warum wir überhaupt auf Albanien aufmerksam geworden sind. Die Beschreibungen die man so findet und die Bilder sind natürlich schon mega! Allerdings gab es Meinungen zu Albanien in jede Richtung: "Albanien seid ihr verrückt? Das ist Charme der 60er." oder "ich kenn da jemanden der schon mal da war und die fanden es toll"...

Naja wir findens raus. 

1) Klientel am Flughafen: Anstatt nur Familien mit Kleinkindern sieht man überwiegend Albanier, die nach Albanien fliegen wollen. Der typische Urlaubsort aus Deutschland scheint es noch nicht zu sein. 

2) Mietwagen: Die Büros der Autovermietungen sind ziemliche Ramschläden direkt am Ausgang des Flughafens. Alle in Reihe, ähnlich wie die Taxi-Eintreiber in so manch anderem Land. Wir hatten ja vorab gebucht und mussten zu unserem kleinen Verleiher erst 10 Minuten durch die absolute Affenhitz laufen! Brutal! 37 Grad hauen schon rein. Dann war natürlich unserer Verleiher der einzige aus der Reihe der 50 Stück, bei dem Tür zugesperrt war ahahhhahh. Kam dann irgendwann aber doch an mit einer Karre, an der die ganze Beifahrertür zerschrammt war. Christina so: "Das is bestimmt unser Vermieter... und er hat unser Auto dabei". Recht sollte sie behalten >_< Solange ich die Papiere geregelt habe, hat er den Motor mit voller Klima laufen lassen. Effekt: Kaum spürbarer Kühleffekt. Brühwarm in der Karre. 3 Jahre alt und dermaßen runtergeranzt....Hat mir nicht so gefallen... Da das Touchmenü nicht ging, hatte ich einen Grund, um nach einem anderen Auto zu fragen. Die Dellen hätte mich nicht gestört.... das defekte Display ah net.... aber a ordentliche Klima wäre schon gut gewesen. Das Ende vom Lied: Er kommt mit dem selben Modell nochmal um die Ecke! Funktionierendes Display aber selbe schrottige Klimaanlage. Ou mann, also die Karre genommen. Hab mich einigermaßen damit abgefunden, muss mich nur noch an den Zigarettengeruch gewöhnen, den wahrscheinlich die 10 vorherigen Mieter hinterlassen haben. 

3) Straßen: also erstmal: du hast keine Ahnung auf welcher Art von Straße du dich gerade befindest: Es ist ein fließender Übergang zwischen Dorf, "Autobahn", Stadt, Landstraße, dann mal wieder autobahnähnlich, die dann aber wieder in ein Dorf mündet... Das bedeutet auch, wenn nicht mal ab und an ein Geschwindigkeitsschild kommt, hält man entweder den Verkehr auf oder bekommt wahrscheinlich nachträglich noch Knöllchen wegen Raserei. Gut möglich dass ich heute im Ort aufgrund von Unkenntis 90 kmh gefahren bin und dafür auf der Autobahn 40 :-). Also Autobahn kann man dazu nicht sagen hehe. Insgesamt kommt man nur sehr langsam voran. Man muss sich halt umgewöhnen denk ich. Erstmal dauert die gleiche Strecke wie in Deutschland einfach doppelt so lang und zweitens braucht man bisher auch immer länger als vom Navi angekündigt.

4) Geld: Bin ja normal der Typ ohne Euro zu verreisen und dort aus dem Automaten ziehen, bzw. alles mit Karte zu zahlen. So hab ich hier auch angefangen, aber vermute das war nicht die beste Idee. Bisher konnte man über all auch mit Euro zahlen und zwar 1:100. Wenn ich Karte zahl oder Geld abhebe, dann ist das eher 1:90. Ich werde das mal weiter beobachten, aber ich glaube hier in Albanien ist Kartenzahlung keine gute Idee...

5) Essen: Ham zufällig ein Restaurant gefunden war direkt am Fluss platziert war. Sehr schöne Aussicht (unterhalb der Burg Rozafa). Es gab lecker Fisch. Nur mit den Portionen hatten sie es nicht so... Ich dachte in Albanien legst weng zu? Bisher Fehlanzeige. Aber auch hier bleibe ich dran!



Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass wir heute außer Pool (eines unserer wenigen Unterkünfte mit Pool) und dem Fluss-Restaurant noch nichts gesehen haben. Es gibt hier einen tollen Strand (30 Minuten laut Navi (ihr wisst ja....)) und die Burg zu bestaunen. 



Vielleicht schaffen wir eines davon noch, bevor wir morgen unseren Weg in die albanischen Alpen vorsetzen.

Übrigens ist sau spät und ich hab keine Ahnung ob das Sinn ergibt was ich hier zammfasel >_<


Tag 2

Soderla, Tag 2 ist rum und so einige Geheimnisse konnte ich lüften. Auch hab ich jetzt eine erste Einschätzung zu Albanien.

Nach dem Frühstück haben wir unsere Sachen gepackt und verließen unsere erste Unterkunft. Für eine Nacht ganz OK und die Kinder wollen ja immer einen Pool... Das haben sie jetzt was vor sich, denn für die nächsten 7 Nächte gibts keinen Pool! Was aber nicht heißt, dass wir nicht ins Wasser kommen >_<

Erster Stopp nach der Abfahrt war die Burg Rozafa. Ich kann euch nichts zur Geschichte erzählen, weil dort eigentlich nicht eine einzige Info-Tafel stand. Trotzdem recht schön, weil man eine tolle Aussicht von da oben hatte. Allerdings musste man auch erstmal rauflaufen und das in der Mittagshitze bei glühender Sonne war nicht so toll. Unterwegs haben wir einen Feigenbaum beklaut, die hier überall wachsen und Wahnsinns Früchte tragen. Direkt zum Verzehr geeignet hehe.





Das nächste Ziel ist Theth, 2 Stunden laut Navi für 75 km. Das kann was werden hehe. Schlau wie ich bin, habe ich uns einen Zwischenstopp besorgt. Tolle antike Brücke mit Bademöglichkeit direkt unten drunter im kühlen Fluss. Der Weg dorthin war auch kein so großer Umweg. Also sind wir dort gelandet. Die Brücke war wirklich imposant und es hat paar schöne Bilder gegeben. Was aus der kühlen Erfrischung durch ein kurzes Bad im Fluss wurde, ist eurer Fantasie überlassen, ahahhhahha



Es gäbe wohl noch eine weitere Stelle flußaufwärts, aber ich trau dem Braten nicht! Keine weiteren Experimente! Wir lassen das lieber, verlassen die Wüste hier und machen uns direkt auf den Weg nach Theth. 


Theth, Teth, Theth... was soll denn dieses Theth sein frag ihr euch vielleicht? Naja sagen wirs mal so: Es ist das Basislager für sämtliche Unternehmungen in den albanischen Alpen. Aber erstmal hinkommen. Bei 2 Stunden für 75 km könnt ihr euch sicherlich denken, wie schnell man vorankommt.


Unser kleiner Kia klettert aber zuverlässig alle Serpentinen rauf und so kamen wirklich nach 2 Stunden in unserer Unterkunft an (10 Minuten außerhalb von Theth). Und was war das für eine Unterkunft! Eine 9.8er Bewertung in Booking lügt wohl nicht und so genießen wir in einem Premium-Zimmer vom Balkon ein Aplenpanorama was sich sehen lassen kann!





Erstmal ne Runde ausruhen und runterkommen. Geht hier einigermaßen gut. Ein sehr ruhiges Anwesen und Temperaturen von 24-28 Grad statt der 37 Grad von gestern. Gut ausgeruht, gehts dann weiter nach Theth. Direkt wenn man reinkommt, gleich der Hammer! Ein Fluss, der ein dermaßen glasklares Wasser führt... sowas hab ich noch nicht gesehen...



Wer sich sich bissla auskennt, der weiß aber auch dass ein dermaßen klarer Bergfluss auch kalt ist! Moment, ich meinte natürlich ARSCHKALT >_<. Wir hatten nichts weiter dabei, also sind wir nur kurz mit den Füßen rein: Kneipen 2000. Nach 1 Minuten spürst du nichts mehr hehe. Paar so verrückte sind auch komplett rein, aber keiner länger als paar 20-30 Sekunden.



Anschließend sind wir noch zur kleinen Kirche im thethischen Dorf gelaufen. Sehr schönes Exemplar. Zusammen mit dem Panorama im Hintergrund wirklich sehenswert. 



Dann knurrte aber so langsam der Magen. Um 7 war das Abendessen in der Unterkunft bestellt. Das wird langsam auch langsam bitter nötig. Außer einem lausigen Frühstück, einer Banane, 2 Hand voll Nüsse, einem angelutschen Magnum der Kinder und einen Apfel hab ich heute noch nichts gegessen. Die These von gestern bewahrheitet sich also.... oder doch nicht? Das Abendessen bei Drita hat das Gegenteil bewiesen. Dermaßen reichlich, dass nicht alles reinging. Wir haben aber auch bestellt wie die Großen: Bohnensuppe, Käsepott, Kartoffelauflauf, Dorado mit Gemüse, Hähnchenfillet mit Nudeln, Fleischklöpse mit Kartoffeln und Gulasch mit Reis! Bis auf ein bißchen Hähnchen und ein Rest Käsepott wurde alles aufgefuttert. Sogar die Kinder haben richtig gut gegessen. War aber auch nötig, sonst hätten wir diese 4 Hauptgänge nicht geschafft. Und lecker wars! 



Das bedeutet: 

1) Hier gibts sau gutes Essen und reichlich. Vor allem, wenn irgendsoeine Familien-Mama das Essen zubereitet. 

2) Man kann auch mal ne Strecke innerhalb der geschätzten Navi-Zeit schaffen. 

3) Das Thema Kartenzahlung und schlechter Wechselkurs konnte entlarvt werden. Die albanische Währung hat in letzter Zeit einfach mega zugelegt. Ein Kurs von 1:92 ist Standard. Hat aber scheinbar noch nicht jeder Albaner mitbekommen, weil die immer noch Lek zu Euro im Verhältnis von 100:1 tauschen >_<

4) Der Obst- und Gemüsehändler am Straßenrand gestern hat uns sauber übern Tisch gezogen >_<

5) Außerhalb der Hotspots/Sehenswürdigkeiten ist Albanien schon wirklich Nicht-EU. Also das wird vor allem bei den Transfers und den kleineren Dörfern sichtbar. Die sind hier wirklich 1960er Style. Hier und da wird mal ne Baustellen angefangen, dann aber einfach das Geld ausgegangen und diese Ruine steht halt jetzt so da....

5) Die Albaner haben ein dermaßen krasses Müllproblem, was sie wahrscheinlich in den nächsten 10 Jahren nicht in den Griff bekommen werden. Das liegt aber an den Albanern selbst. Beispiel: Aufm Supermarkt-Parkplatz sind 2 Bauarbeiter in ihren Laster eingestiegen, Türen zu und dann sind 2 To-Go-Kaffeebecher rechts und links zum Fenster rausgeflogen...

6) Die Sehenswürdigkeiten sind aber wiederum klasse und ich bin ja dermaßen gespannt auf unserer beiden Wanderziele morgen!


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