Am Hafen mussten wir kurz warten aber die GoldenQueen war wieder recht pünktlich für balinesische Verhältnisse. Ein paar Schildkröten haben sogar die Wartezeit verkürzt. Schon komisch, gestern beim Schnorcheln am Riff hab ich keine gesehen aber am Hafen, wo es doch eigentlich nichts gescheites für sone Schildkröte gibt, da tummeln sie sich…
Die Überfahrt war diesmal eine Nummer härter. Das lag aber nicht an der GoldenQueen, sondern einfach am Seegang. Einmal war gefühlt wirklich das ganze Boot in der Luft. So ähnlich wie man es von so kleinen Speedboots kennt. Dementsprechend hart war ich auch die darauffolgende Landung und das darauffolgenden Gekreische! Vor allem die Italiener haben rumgeschrien wie die Irren. Hat sich dann aber irgendwann wieder beruhigt. Man hätte es sich aber denken können dass es diesmal härter wird: vor der Abfahrt ist einer der Crew durchgelaufen und hat Kotztüten angeboten. Und die Hafenpolizei ist auch einmal durch und hat von jeder Reihe ein Video gedreht. Das ist uns damals schon auf den Philippinen aufgefallen (wobei sie damals jeden einzelnen fotografiert haben). Scheinbar als Nachweis wer alles an Bord ist.
Jedenfalls sollte so ein Schnellboot tatsächlich mal kentern, dann weiß ich nicht so recht, ob das alle rechtzeitig rauskommen. Wir sind jedenfalls heil angekommen!
Die Ankunft am Hafen ist allerdings gleich die nächste Story wert: wir hatten ja keinen Anschlusstransfer gebucht. Wird schon irgendwie klappen. Ich hab zwar schon geahnt, dass sie sich wie die Geier auf uns stürzen würden, aber das war ja wirklich ne harte Nummer: ich hätte es einfach filmen sollen: 10-20 Taxieintreiber stehen direkt am Steg. Du konntest also garnicht vom Boot runter ohne direkt in deren Arme zu laufen. Die „helfen“ dir beim Aussteigen aber wehe du machst den Fehler zu sagen, dass du wirklich ein Taxi brauchst… der Inder vor uns der das gesagt hat, hatte sofort rechts und links zwei Eintreiber am Ärmel die ihn abwechselnd nach links und rechts gezogen haben…. Verrückt!
Mein Plan war erstmal aus der Situation rauszukommen. Dafür hab ich denen erzählt, dass wir hier in Padang Bai bleiben. Die Story musste ich zwar 100 mal wiederholen aber wir sind damit halbwegs gut aus dem Hafen raus. Das witzige ist, dass am Steg ja alles vollsteht von den Leuten die gerade erst auf die Gilis losfahren und noch auf ihr Boot warten. Die müssen sich das ganze Theater mit den Taxis anschauen. Quasi als Live-Vorschau, was sie dann bei ihrer Rückkehr erwarten wird >_<
Als nächstes sind wir zu der Unterkunft gelaufen, in der wir vor paar Tagen übernachtet haben. Dort hab ich erstmal gefragt ob wir unsere Sachen abstellen können und wie lange dieser Ausnahmezirkus noch dauert. Er meinte so, in 1 Stunde wenn die letzten Boote für heute angekommen sind dann wirds ruhiger. Dann hab ich ihn noch nach einem guten Preis für eine Taxifahrt nach Sidemen gefragt und er meinte so um die 350-400, angeboten werden uns aber sicherlich 400-500.
Wir sind dann erstmal was essen gegangen. Und auch ohne Gepäck wirst angelabert „Taxi, Taxi? Maybe tomorrow“ ahahha wie in der Tanzaufführung in Ubud >_<
Ruft sogar „cheaper than Grab!“ und ich ihm so voreilig geantwortet „das ist aber kein schlaues Business!“ Erst als wir so beim Essen saßen isses mir dann gekommen: na klar! Sie nehmen den GrabPreis und fahren die Leute (natürlich ohne über Grab zu gehen). Und jetzt macht auch dieses Schild Sinn, welches am Eingang zum Hafengebiet steht.
„Local Grab“ nennen sie das >_< alles klar. Ok mit der Info von vor paar Tagen (dass sie 30% an Grab abdrücken müssen) und der Tatsache, dass sie das ja nicht tun, hab ich quasi den GrabPreis der bei 390 lag auf 350 reduziert und gesagt: ja oder nein. Und er hat eingeschlagen.
„Geil“ denk ich mir so, Deal gemacht, er würde uns sogar dorr abholen, wo unsere Rucksäcke liegen. Also zurückgelaufen. Dort war er schon (er kam mit dem Roller) und sagt so: dort einsteigen, das ist mein Driver. „Also hat er quasi unsere Buchung nochmal weitervermittelt?“ denk ich mir. Ok das will ich etz genauer wissen. Wollte den Fahrer dann ausfragen, wieviel er dem Vermittler jetzt abgedrückt hat und fang mal so an zu fragen: „war das dein Boss?“ Aber bevor ich meine Detektivarbeit so richtig starten konnte, sagt er einfach eiskalt: „nein mein Bruder“ ahahaahh. Also doch kein Vermittler. Wie er mir dann erzählt hat, waren sie insgesamt 10 Brüder in der Familie. Er (der Fahrer) ist der zweite und der angebliche Boss ist der fünfte. Und dann sagt er noch, dass von den zehn Brüdern 6 Männer und 4 Frauen sind >_< ich geh mal davon aus er meinte von Anfang an „Geschwister“ >_<
Soderla etz sitzmer auf jeden Fall im Taxi nach Sidemen zu nem ordentlichen Preis. Plan aufgegangen. Der Fahrstil war allerdings rambo-mäßig! Der Kerl ist scheinbar Rennfahrer. Dermaßen ungeduldig unterwegs. Der saß im wahrsten Sinne des Wortes auf heißen Kokosnüssen. In Ubud im Stau würde der draufgehen >_<
Trotzdem heil in Sidemen angekommen. Nur haben wir heute wieder ein 1-Tages-Hotel. Das war die einzige Lücke in unserer Planung und kurz vorm Abflug aus Deutschland stand die Frage: stopfen wir die Lücke mit einer Nacht mehr in Gili Air oder in Sidemen. Wir dachten dass uns 5 Tage Strand zu lang werden würden und haben uns für Sidemen entschieden. Hm, ob das ein Fehler war?
Die Unterkunft für eine Nacht ist jedenfalls ein Fehler. Zwar voll gut bewertet aber in unseren Augen a echter Reinfall. Das heißt nicht, dass wir nicht mehr in irgendwelchen Dreckslöchern schlafen können. Sehr wohl, wenn ich mit der Erwartung reingeh, dass es heute ne Nacht in nem Drecksloch verbringen werd und ich dafür nur 20€ bezahl. Wenn die Unterkunft aber auch 80€ kostet, so wie der Rest bisher, und ich dann aber dieses muffige abgeranzte Ding vorgesetzt bekomme, dann bin ich sauer! Kommentar Christina: „hier stinkts!“
Naja wir können nicht immer so viel Glück haben mit den Unterkünften. Zumindest verspricht der Blick auf den Vulkan bei unserem ersten Spaziergang, dass es hier gut was zu sehen geben wird.




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen